Sammlung Crous präsentiert Postgeschichte im Aachener Raum

Ausstellung im Internationalen Zeitungsmuseum Aachen eröffnet

„Vom kaiserlichen Postkurier bis Facebook – Post im Aachener Raum vom 15. bis zum 21. Jahrhundert“ lautet der Titel einer Ausstellung, die jetzt von der Sammlung Crous in der Bibliothek des Internationalen Zeitungsmuseums Aachen eröffnet wurde.   Von einem „Dreiklang“ sprach AKV-Präsident Dr. Werner Pfeil bei der Begrüßung der zur Eröffnung  geladenen Gäste. Fänden zugunsten der Sammlung alljährlich im Herbst ein Vortrag zu historischem Thema und eine Benefizgala statt, so werde nun in diesem Jahr außerdem eine „kleine, aber feine“  Ausstellung zur Postgeschichte gezeigt, die bis zum 31. Dezember 2012 geöffnet bleibt.

Vorbereitet wurde sie von Fabian Müller-Lutz, Mitarbeiter der AKV-Geschäftsstelle, im Rahmen der Reihe „Euregio Hautnah“. Sie entstand in Zusammenarbeit mit der Regio Aachen, dem Staatsarchiv Eupen, der Museumsstiftung für Post und Kommunikation in Frankfurt und Berlin sowie dem Zentralarchiv und der Hofbibliothek Fürst Thurn und Taxis, Regensburg. „Gezeigt werden in Vitrinen und Schaukästen hochkarätige Exponate“, wie es der Leiter des IZM, Andreas Düspohl ausdrückte. So unter anderem das Modell eines Personenpostwagens der Königlich-bayerischen Post aus dem Jahre 1871, ein Posthorn als Ehrentrompete von 1860 sowie ein Mercedes-Paketkraftwagen der Deutschen Post aus dem Jahr 1975. Hinzu kommen Urkunden und Postroutenführungen, Dokumente über die erste, 1605 von der Post herausgegebene und in Straßburg gedruckte Zeitung sowie ein Faksimile von 1850, mit dem Paul Julius Reuter in Aachen die Erlaubnis erteilt wurde, ein Nachrichtenbüro zu betreiben. Feldpostkarten aus den beiden Weltkriegen, Bogenbriefmarken, die 1945 von der alliierten Militärregierung in Aachen herausgegeben wurden, sind einige der weiteren Exponate bis hin zum Tablet-PC.

Nach der Ausstellungseröffnung referierte am Abend Dr. Peter Styra, Leiter des Zentralarchivs Fürst Thurn und Taxis in Regensburg, im S-Forum der Sparkasse Aachen über das Thema: „Das Fürstliche Haus Thurn und Taxis, sein Wirken in Geschichte und Gegenwart / Die kaiserliche Post – eine Erfolgsgeschichte“. 150 Gäste waren der Einladung gefolgt und erhielten einen spannenden Einblick in den seit 1496 erfolgreichen Aufbau eines Postwesens durch die Adelsfamilie, als Franz von Taxis die ersten fest bestellten Postkurse einrichtete. Zwar soll es auch in Aachen bereits seit 1619 eine Poststation gegeben haben. Aber aus Ratsprotokollen der Stadt geht hervor, dass das Haus Thurn und Taxis seit 1648 erst jahrelange Verhandlungen über die Einrichtung eines kaiserlichen Postens in Aachen führen musste. Die Stadt war gegen die Eingliederung zur Reichspost. Erst 1680 wurde ein Vertrag unterzeichnet und den Ratsmitgliedern statt der von ihnen geforderten Portofreiheit eine Entschädigung in Höhe von 1700 Reichstalern gewährt.

1867 musste Fürst Maximilian Karl die gesamte fürstliche Post an Preußen abtreten und erhielt drei Millionen Taler dafür. „Die Postfürsten wurden nun zu Großgrundbesitzern“, führte Dr. Styra aus. 1812 bezog die Fürstenfamilie das Schloss St. Emmeram, ein ehemaliges Benediktinerkloster in Regensburg. Fürstin Gloria sei unermüdlich bemüht, das Schloss einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Jahr 2002 rief sie die sommerlichen Schlossfestspiele ins Leben und im Advent locke ein romantischer Weihnachtsmarkt. Darüber hinaus stehen Prunkräume, der Marstall, die Schatzkammer und vier Museumsbereiche für Besucher offen.

Jutta Katsaitis-Schmitz