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Vortragsabend der Sammlung Crous: Eine Reise in die Aachener Vergangenheit

Vortragsabend der Sammlung Crous: Eine Reise in die Aachener Vergangenheit

Vortragsabend der Sammlung Crous: Eine Reise in die Aachener Vergangenheit

Vortragsabend der Sammlung Crous: Eine Reise in die Aachener Vergangenheit

Vortragsabend der Sammlung Crous: Eine Reise in die Aachener Vergangenheit

Vortragsabend der Sammlung Crous: Eine Reise in die Aachener Vergangenheit

Mit einer Zeitmaschine auf dem Lousberg unternahmen etwa 200 Besucher eines Vortragsabends der Sammlung Crous am 22. Oktober 2008 „eine Reise in die Aachener Vergangenheit“. Referent war Dr. Michael Römling (35) aus Münster, Autor einer Buchreihe „Stadtgeschichten“, die in seinem eigenen Tertulla-Verlag in Soest erscheint. „Aachen – Geschichte einer Stadt“ ist nach den Ausgaben über Soest und Münster der dritte Band, der auf den Büchermarkt gekommen ist.

Begeistert und erheitert verfolgten die Zuhörer den „amüsanten, interessanten, geistreichen und mit vielen Fisternöllche erfrischend gespickten Vortrag“, wie ihn Brigitte Maassen aus den Reihen des Publikums bewertete. Römling studierte Geschichte in Göttingen, Besancon und Rom, wo er auch promovierte. Der Master of Art in Kunstgeschichte, Archäologie und Mineralogie versteht es hervorragend, knallharte, geschichtliche Fakten fesselnd, oft poetisch-romantisch, durchaus aber lebensnah zu vermitteln. Aachen ist für ihn als Autor und Historiker „erster Krönungsort, dann erster Wallfahrtsort, dann erster Badeort Deutschlands und nebenbei dessen westlichste Großstadt“. In seinem Vorwort zur Aachener Stadtgeschichte schreibt er: „Es soll versucht werden, jeder der ineinander verflochtenen Epochen von der Antike bis zur Gegenwart ihre verdiente Bedeutung zukommen zu lassen, und das heißt, bei allem Respekt: keine Extrawurst für Karl den Großen.“

So startete er auch in seinem Vortrag im Zeitraffer durch fünf Jahrtausende, um Aachens Wurzeln auf die Spur zu kommen. Doch er „sauste“ mit der Zeitmaschine nicht allein durch die zwölf angepeilten Epochen. Er befand sich in charmanter Gesellschaft einer „hübschen Pilzsammlerin, namens Elise“, die im Jahr 1762 plötzlich aus dem Gebüsch heraus vor ihm auftauchte. Sie sammelte Pilze und Kräuter für die Küche im Wirtshaus ihres Vaters. Für den reisenden Autor aber war sie eine „ortskundige Zeitzeugin“. Beide begegnen unterwegs 765 König Pippin, der zu Weihnachten gerade mit seinem Hofstaat in die Kirche der ersten Pfalz in Aachen Einzug hält. Auch der 17-jährige Karl, später der Große, gehört bereits zum Gefolge. Am 17. Juli 802 bringt Isaak, ein jüdischer Gesandter, gerade den weißen Elefanten Abu’lAbbas als Geschenk des Kalifen Harun ar-Raschid nach Aachen.

Die Zuhörer erlebten anschließend am 7. August 936 die Königskrönung von Otto dem Großen in der Mitte des Oktogons mit, hörten das „Feurio“, als am 2. Mai 1656 in der Nähe der Jakobskirche in einer Bäckerei ein Brand ausbrach und den großen Stadtbrand auslöste und erschauern, als die Gebührenordnung des Henkers aus dem Jahre 1645 wie folgt aussah: „einen zu stranguliren“ kostete zehn Reichstaler, „einen zu enthaubten“ sogar 15. Hinzu kam die Berechnung „zusätzlicher Dienstleistungen“, wie „den kop mit ein beyl abzuhawen“. Da war es schon wesentlich erfreulicher zu erfahren, dass 1762 der etwa 40 Jahre alte Chevalier de Seingalt in Begleitung einer zwar wesentlich älteren, dafür aber „fürchterlich teuer“ gekleideten Dame in einem Gasthaus erster Adresse in Aachen abstieg. Bewusste Dame muss die Marquise d’Urfé gewesen sein, der Chevalier aber kein anderer als Casanova!. „Ein Jahr lang habe ich mich in Bibliotheken durch alte und neue Bücher genagt. Kein Wunder: Quellen gibt es in Aachen ja genug,“ schloss Dr. Römling seine Ausführungen.


Dr. Walter Maassen, Geschäftsführer der Sammlung Crous, der die Gäste mit der Teufelssage vom Lousberg in den Vortragsabend eingeführt hatte, dankte dem Vorstandssprecher der Aachener Bank Franz-Wilhelm Hilgers für eine Spende zugunsten der Sammlung Crous in Höhe von 1500 Euro sowie für die Übernahme von Ausrichtung und Bewirtung des Abends durch die Aachener Bank.


Jutta Katsaitis-Schmitz



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