Blick in die Villen der zwanziger Jahre
Die Sammlung Crous ist im Besitz
eines Fotoalbums, das der Architekt Eduard Conrads in der Mitte der zwanziger
Jahre angelegt hat. Conrads war im Aachener Büro Albert Dederichs angestellt,
wo er aber auch selbst Gebäude entwarf.
Das Album enthält etliche Fotos
von drei Villen, die Conrads entworfen hat, davon eine in Inden und zwei in
Aachen. Wir zeigen Ihnen hier einige Innenaufnahmen. Ansichten der Innenräume
von Privathäusern sind selten zu finden und geben einen Eindruck in die
bürgerliche Wohnkultur. Nach dem Ersten Weltkrieg war der Historismus durch
den Bauhausstil abgelöst worden. Dieser Wechsel brauchte aber Zeit, und so
kam zunächst auch der so genannte Heimatstil in Mode. Ebenso verblieben noch
gewisse historische Elemente im Stilrepertoire. Die Bauherren entschieden
sich häufig für eine neobarocke Ausstattung, wie unsere Bilder zeigen,
teilweise wohl auch ergänzt mit echten barocken Spolien.
Aber auch der
gotisch beeinflusste Zackenstil der zwanziger Jahre kommt in eindrucksvoller
Weise zum Ausdruck. Er wurde damals auch im sozialen Wohnungsbau angewandt.
Die Stilelemente sind an vielen Fassaden zu bewundern, so in der Sedanstraße,
in der Von-Görres-Straße und in der Vaalser Straße / Ecke Junkernmühle.