Ankauf einer Postkartensammlung über Aachen von 1900 bis 1940

Die Sammlung Crous hat von einer stadthistorisch sehr wertvollen und sehr umfangreichen Sammlung Aachener Ansichtskarten erfahren. Es handelt sich um rund 4.500 Exemplare aus dem Zeitraum von 1890 bis 1940. Die meisten wurden um die Jahrhundertwende herausgegeben. Sammler war der Aachener Klaus Wintgens, der im Februar dieses Jahres im Alter von 78 Jahren gestorben ist. „Mein Mann wollte, dass dieser Aquensienschatz als geschlossene Sammlung erhalten bleibt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird“, bestätigte seine Witwe Karin Wintgens. Da die Sammlung Crous nur sehr wenige Fotos und Ansichtskarten aus diesem Zeitraum besitzt, plant der Beirat den Ankauf. Er würde den bisherigen Bestand an Büchern, Grafiken, Aquarellen, Gemälden und Zeichnungen wesentlich bereichern.

„Die Einzigartigkeit dieser Ansichtskartensammlung muss als Ganzes erhalten bleiben, und gerade die stadthistorische Sammlung Crous ist prädestiniert, sie zu besitzen, damit die Aachener Bürger und Aachen verbundene Interessenten Zugang zu dieser Rarität haben“, so lautet der leidenschaftliche Appell des AKV-Präsidenten Horst Wollgarten für dieses gemeinsame Vorhaben.

Auch Alt-Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden hält das Vorhaben, diese Sammlung zu erwerben, für richtig. „Eine so einmalige Aquensiensammlung darf nicht auseinandergerissen werden und muss den Menschen zugänglich sein“, sagte er begeistert.

Klaus Wintgens hat die mehr als 4500 Ansichtskarten liebevoll und akribisch in 20 Alben nach Themen geordnet. So gibt es zum Beispiel: Aachener Karneval, Aachener Gaststätten, Aachener Vororte und Stadtteile, eine Schängchen-Serie, Heiligtumsfahrten/Katholikentage, Kaiserbesuche, Jugendstilserien, Studentica, Reklame, Kupferdrucke Aachener Künstler, besondere Ereignisse, ja sogar Ansichtskarten-Leporellos. Wer in diesen Albern blättert, für den wird Alt-Aachen lebendig.

Die Ansichtskarten sind durch ihre Themenvielfalt und unterschiedlichen, künstlerischen Genres nicht nur ein Spiegelbild damaliger Zeit. Vielmehr sind sie auch ein „Nachschlagewerk“ für Historiker, Grafiker, Bühnenbildner, Modeschöpfer und Stadtplaner.

Klaus Wintgens war seit 1954 AKV-Mitglied, gehörte in jenem Jahr auch als Police dem Hofstaat von Julius II. Peters und 1959 als Narr dem Hofstaat von Hubert I. Nadenau an. 1970 begann er mit dem Sammeln der Aachener Ansichtskarten. Die erste war eine Werbekarte für Aachener Printen aus dem Jahr 1902. Sie trägt den Aufdruck: „Herzl. Gruß aus Aachen“, geschrieben mit Buchstaben in Printenform. Einzelne Karten besitzen allein einen Wert von mehr als hundert Euro. „Es gab keine Reise, auf der mein Mann nicht auch Antiquariate, Flohmärkte und Börsen besuchte, um weitere Raritäten Aachener Ansichtskarten zu finden“, erzählte Karin Wintgens, „egal, ob in Dresden oder Berlin, Paris oder im Elsass.“ In den letzten zehn Jahren war der Sammler schwer erkrankt. Sich in dieser Zeit seiner Sammlung zu widmen, gab ihm Kraft und immer wieder neuen Lebensmut.

Für den Ankauf ist die Sammlung Crous auf Spenden angewiesen, zu denen an dieser Stelle aufgerufen werden soll. Für weitere Informationen steht Ihnen Bernd Carl, der Vorsitzende des Beirates der Sammlung Crous gerne unter Tel. (0241) 886900 zur Verfügung.

Jutta Katsaitis-Schmitz

Soziale Netzwerke

Kommentare sind geschlossen.