Der Aachener Stadtgeschichte auf der Spur

An Stadtgeschichte interessierte Aachener wissen es seit langem: die AKV-Sammlung-Crous ist ein wahres Schatzkästlein und eine Fundgrube für historische Recherchen. Um sie jedoch noch mehr publik zu machen, hat die Sammlung zusammen mit dem Historischen Institut der RWTH Aachen vereinbart, einen Geschichtspreis auszuloben, der ab 2013 jährlich vergeben werden soll. Damit wird sowohl Hobby- und Privatforschern, als auch professionellen Historikern eine Chance geboten, ihre Arbeiten auch in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Schüler, Privatforscher und Wissenschaftler können sich bewerben

„Der AKV-Sammlung-Crous-Geschichtspreis ist Dank eines Sponsors mit insgesamt 2200 Euro dotiert und wird in drei Kategorien vergeben. Mit 500 Euro in der ersten,  mit 700 Euro in der zweiten und mit 1000 Euro in der dritten Kategorie“, erläuterte AKV-Präsident Dr. Werner Pfeil bei einer Pressekonferenz. Dabei wendet sich

– die 1. Kategorie an Oberstufenschüler von der 10. Klasse an,

– die 2. Kategorie richtet sich an geschichtsinteressierte Privatforscher und

– die 3. Kategorie an Wissenschaftler, die mit studentischen Abschlussarbeiten, Dissertationen, Fachaufsätzen, Monographien, aber auch Ausstellungsprojekten oder Webportalen teilnehmen können.

Thema und Epoche der Aachener Geschichte sind frei wählbar

Thema und Epoche sind von den Teilnehmern frei wählbar, müssen sich jedoch mit der Geschichte Aachens beziehungsweise der Städteregion Aachen befassen. Darüber hinaus werden nur Arbeiten von Autoren berücksichtigt, die bei den Recherchen zumindest teilweise auf die Bestände der AKV-Sammlung-Crous zurückgegriffen haben. Und mit ihrer umfangreichen, lokalgeschichtlichen Bibliothek sowie über 5000 Grafiken, Fotos, Zeitschriften und Dokumenten zur Geschichte Aachens und der Euregio Maas-Rhein bildet der Bestand für Forscher eine durchaus ergiebige Quelle. Die aus der AKV-Sammlung Crous verwendeten Marerialien müssen, dem wissenschaftlichen Standard entsprechend, in den eingereichten Arbeiten deutlich gemacht werden. Die besten Arbeiten werden im AKV-Internet oder auch in der neuen AKV-Schriftenreihe zur Geschichte veröffentlicht.

Forschungszweig Regionalgeschichte wird gestärkt

„Die Auslobung des neuen Geschichtspreises trifft sich glücklich, da das Historische Institut der RWTH derzeit den Forschungszweig Regionalgeschichte verstärken will und für den Beginn des Jahres 2013 die Einrichtung einer Juniorprofessur zur Erforschung der Euregio Rhein-Maas erfolgen wird“, erklärte Professor Dr. Armin Heinen. Vor allem gelte es bei jungen Leuten das Interesse für Regionalgeschichte zu wecken. Bisher seien nur etwa drei oder vier unter 150 Studenten daran interessiert. Die Aufarbeitung erfordere ein besonderes Engagement und sei zeitraubend, weil es keine Sachbücher dazu gebe und die Quellen erst entdeckt und erforscht werden müssen.

Beitrag zur Aachener Identität

„Aachen hat ein Identitätsproblem. Bis in die 60er Jahre war es Teil der deutschen Nation, in den 70er Jahren wurde es Teil der Euregio. Heute sucht es seinen Platz in Europa, in Deutschland und in NRW“, so Professor Heinen. Auf die so unterschiedlichen Auffassungen der Großen ihrer Zeit zur Rolle Aachens machte Dr. Walter Maassen, seit neun Jahren Geschäftsführer der AKV-Sammlung-Crous, aufmerksam. „Karl der Große wollte es zu einem zweiten Rom machen. Heinrich Heine aber sagte, dass er nicht einmal als Hund in Aachen leben oder überhaupt hier einmal begraben werden wollte“.

Bewerbungen zur Teilnahme am AKV-Sammlung-Crous-Geschichtspreis sind an die AKV-Sammlung Crous gGmbH, Kurhausstr. 2c, 52062 Aachen zu richten.

Einsendeschluss ist jährlich der 31. Mai. Die Beurteilung der Arbeiten erfolgt durch das Historische Institut der TH und die Preisvergabe wird jeweils im September bei der traditionellen Benefizgala zu Gunsten der Sammlung Crous vorgenommen.

Jutta Katsaitis-Schmitz

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