Die Sammlung Crous: das historische Gedächtnis unserer Stadt

Von Jutta Katsaitis-Schmitz

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Schier unerschöpflich ist das Reservoir historischen Aachen-Geschehens, das in den Beständen der AKV Sammlung Crous gespeichert ist. In zahlreichen Vorträgen wurde damit  bereits peu a peu die Vergangenheit unserer Stadt aufgedeckt. Und dennoch besitzt die Sammlung nach wie vor magische Anziehungskraft und füllt die Säle mit interessierten Zuhörern. So auch jetzt wieder, als es hieß: „Die Sammlung Crous als historisches Gedächtnis unserer Stadt“. Dr. jur. Walter Maassen erwies sich einmal mehr als exzellenter Referent, dessen fesselnde Vortragsart die Zuhörer im dicht besetzten Saal der Präsenzbibliothek sogar entscheidende Fußballspiele im Fernsehen vergessen ließ! Mit der Sammlung ist er bereits seit 2 x 11 Jahren verbunden, verhandelte er doch als Justitiar des AKV zusammen mit dem damaligen AKV-Präsidenten und heutigen Ehrenpräsidenten Georg Helg seit 1992 mit Crous über den Ankauf von dessen Privatsammlung durch den AKV. Maassen war in den Jahren 2004 bis 2012 Geschäftsführer der Sammlung und gehört heute dem Beirat an.

Da der Aachener Geschäftsmann Hans-Josef Thouet 1993 als Großsponsor auftrat, konnte am 6. Januar 1993 der Kaufvertrag unterzeichnet werden. Ein halbes Jahr später verstarb Helmut A. Crous plötzlich und wurde nun der Vertrag zwischen der Erbengemeinschaft und der im Dezember 1993 gegründeten gemeinnützigen Sammlung Crous GmbH bestätigt. Große Verdienste erwarb sich dann bei der sechsjährigen Aufbereitung des Bestandes mit damals 2000 Schriftstücken und 370 Aquarellen, Graphiken und Kupferstichen, Dr. Marga van den Heuvel als Kustodin. Zur Nutzung in der Präsenzbibliothek konnte die Sammlung inzwischen durch Zukäufe beziehungsweise Nachlässe auf 5000 Druckschriften, 800 Graphiken, 55 Miniaturtafeln deutscher Kaiser, 1000 Fotos aus den Jahren 1880 bis 1920 sowie 4523 Postkarten der Sammlung Wintgens aus der Zeit zwischen 1890  und 1940 erweitert werden.

Dr. Maassen unterstrich, wie bereits zuvor der Geschäftsführer Dieter Bischoff in seinen Begrüßungsworten, dass die Sammlung von zwei Dingen lebe: von den ehrenamtlichen Mitarbeitern und den Sponsoren, inklusive von dem am 25. September 2012 gegründeten  Förderverein, der das Sponsoring auf eine breitere Basis stellen soll. Anhand des in 22 Sachgebiete gegliederten Graphikkatalogs und der beiden Buchbestandskataloge mit ihren 28  Sachgebieten war Dr. Maassen sodann erfolgreich bemüht,  die Bestände durch markante Beispiele historischer Ereignisse sowie amüsante Ameröllcher und Bildprojektionen vor Augen zu führen. Zugleich bedauerte er, dass die Stadt Aachen auf eine Präsentation im Haus Löwenstein verzichtet hatte, was „eine vertane Chance für alle geschichtsinteressierten Bürger und Besucher dieser Stadt gewesen sei“, schlussfolgerte er.

Zu den neuesten Aktivitäten der AKV Sammlung Crous zählt die Herausgabe einer Schriftenreihe, von der bis jetzt vier Bände erschienen sind. Nr. 1: Die Post im Aachener Raum vom 15. bis zum 21. Jahrhundert, Nr. 2: Öcher Bösch – Ausflugsziele der Jahrhundertwende, Nr. 3: Helmut A. Crous (1913 – 1993) im Spiegel der Zeitgeschichte, Nr. 4: Ungebautes Aachen – die unsichtbare Stadt. In Vorbereitung ist der Band 5 zum Thema: „100 Jahre seit Beginn des 1. Weltkriegs“. Zu den weiteren Neuerungen der Sammlung zählt der in Zusammenarbeit mit dem historischen Institut der RWTH Aachen für 2013 erstmals ausgelobte und am 17. September 2013 verliehene Geschichtspreis für Schülerinnen und Schüler der Oberstufe, Privatforscher und Wissenschaftler. Die zweite Auslobung läuft. Erfolgreich ist auch die Bilanz der AKV Benefiz-Oldtimer-Rallyes zu Gunsten der Sammlung, die sich großer Beliebtheit erfreuen und mit 121 Teilnehmern am 7. Juni 2014 zum 6. Mal on Tour geht.

Den Vortrag Dr. Walter Maassens, können Sie hier als PDF herunterladen.

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