Spektakuläre 4. AKV-Oldtimer-Rallye zu Gunsten der Sammlung Crous mit Rekordbeteiligung

Dieser Rallyesamstag vom 2. Juni 2012 wird den Aachenern in Erinnerung bleiben. Es war eine Starparade historischer Automobile, die da zweieinhalb Stunden lang nahezu im Minutentakt von der Startrampe rollte. In gleißendem Sonnenlicht blitzten und blinkten die Chromteile an den 145 historischen Fahrzeugen, die an der 4. AKV-Oldtimer-Rallye „The Race 2012″ zu Gunsten der stadthistorischen Sammlung Crous teilnahmen. Pünktlich um 9.31 Uhr senkte Josef Schumacher, Beirat des AKV, zum ersten Mal die schwarz-weiße Startfahne und schickte die Schätzchen mit dem Kommando: „Ab geht’s!“ auf die 170 Kilometer lange Strecke durch die Eifel.

„Gute Fahrt, gute Fahrt!“ riefen die Schaulustigen den Fahrerteams zu, waren doch viele bekannte – auch karnevalistische – Promis darunter. Ex-Gardemarie Jennifer Deerberg zum Beispiel glitt in einem Ferrari vorbei, „Jüppchen“ Hubert Crott brauste in einem Cadillac wie in einem Düsenjäger heran, das Lichtenbuscher Dreigestirn war in einem Mercedes Pontton zu entdecken und „Amigo“ Uwe Brandt in einem Austin Healey. Prinzengardekommandant Markus Bongers hingegen blieb seinem Käfer Cabrio (Bj. 1974) treu. Und nur wenige werden gewusst haben, dass der VW Käfer seinen Namen der New York Times zu verdanken hat, die einst in einem ihrer Berichte schrieb, dass im Europa der Nachkriegszeit: „Millionen kleiner, käferähnlicher Autos über die Straßen rollen“. Verständlich, wenn man hier einen Ford Mustang (Bj. 1967) sah, dessen „viele Pferdestärken unter der Motorhaube American way of life“ dokumentierten.

Furore machten vier Elferratsdamen mit Alex Gerrards am Steuer eines VW-Käfers. Das Damenquartett gehörte zu den insgesamt neun teilnehmenden Damenteams, die um einen eigenen Damenpokal on Tour gingen. Den nahmen letztlich bei der Siegerehrung Laura Friedrichs und Linn Weiß in Empfang, die einen Austin Healey gefahren waren. Überhaupt saßen häufig Damen am Steuer und ließen sich von ihrem Beifahrer, dem in Rallyekreisen sogenannten „Hirn“, aus dem von Fahrtleiter Bernhard Lutterbeck erarbeiteten Roadbook die Streckenanweisungen geben. Alle Zuschauer lachten verständnisvoll, als Lulley den Beifahrer eines Alfa Romeo fragte: „“Wärst Du gern gefahren?“ die viel sagende Antwort darauf: „Nee, so habe ich jetzt mal das Sagen!!!“

Wie ein Magnet zog die Startrampe zwischen Eäzekomp und historischem Rathaus immer mehr Schaulustige an, die fasziniert die wahren Legenden des Automobilbaus bewunderten und konzentriert ihrer Vorstellung durch das kompetente Moderatorenteam Achim Krott und David Lulley lauschten. Es war ein phantastisches Oldtimerspektakel mit vielen „Hinguckern“, egal ob ein leise vor sich hin „schnurrender“ Jaguar, ein Goggomobil (Bj. 1968), das man früher schon mit einem Motorradführerschein auf die Strecke bringen konnte oder ein Lotus Elan aus den USA, der hier bei solchen Veranstaltungen ganz selten zu sehen ist. Die liebevoll gepflegten Schätzchen verrieten viel Engagement, Fürsorge und Instandsetzung durch ihre Eigentümer. „Wie viel Stunden stecken drin?“ fragte David Lulley den Fahrer eines Triumph TR 6. „Wir reden von Jahren“, lautete prompt die Antwort von Rolf Schumann.

Viele der Oldtimer hatten eine illustre Geschichte, kamen aus Kanada, Kalifornien, den USA, Italien, der Schweiz und wurden meist zuvor von prominenten Stars gefahren. Ein Karmann Ghia Cabrio(Bj. 1969) dokumentierte bewundernswert, wie aus einem „Scheunenfund“ wieder ein attraktives Liebhaberfahrzeug werden kann. „Die AKV-Rallyes mit Start und Ziel auf dem Markt sind eine gute Sache, sind doch Oldtimer ein Kulturgut, das man sonst gar nicht auf den Straßen sieht, das aber durchaus gezeigt werden sollte“, meinte Dieter Grunwald aus Aachen.

Und während das rollende Automobilmuseum auf großer Fahrt war, hatten die Schaulustigen selbst die Chance an von der IG Marktviertel organisierten Stadtrundfahrten mit einem Oldtimerbus teilzunehmen, begleitet von der erfahrenen Stadtführerin Sabine Mathieu. 40 andere Besucher wiederum traten in einen improvisierten Wettbewerb, bei dem es um Sekunden ging, wer wohl am schnellsten einen Reifenwechsel vornehmen könne. Starkes Interesse fanden auch 20 ausgestellte, sehr gepflegte Oldtimertraktoren, die eine Attraktion für sich waren. „Viele dieser Traktoren befinden sich in Altersteilzeit“, scherzte Roger Soiron, Vorsitzender der IG Oldie-Traktorenfreunde Aachen 1996 e.V. So werden sie bei Schützenfesten in die Festzüge mit eingereiht oder an gemähten Wiesen zum Wegschneiden von restlichem Graswuchs an Hecken eingesetzt.

Mit einem Festabend in der Aula Carolina fand die 4.AKV-Oldtimerrrallye ihren Abschluss. AKV-Präsident Dr. Werner Pfeil gab seiner Freude über die Rekordbeteiligung Ausdruck und dankte, immer wieder von Applaus unterbrochen, allen ehrenamtlich an der Organisation und problemlosen Durchführung Beteiligten. Gesamtsieger der Rallye aber wurde nun bereits zum dritten Mal, der Europameister und routinierte Rallyebeifahrer Hans Keller, der zusammen mit Klaus Foerster in einem BMW 2002 (Bj. 1971) teilgenommen hatte.

Jutta Katsaitis-Schmitz

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